Tempo 30 auf der Neusser und Riehler Straße – ein Schritt zu mehr Lebensqualität im Veedel

Wer an der Neusser oder Riehler Straße wohnt, kennt es: Der Lärm gehört zum Alltag. Tagsüber über 70 Dezibel, nachts über 60 – Werte, die laut Lärmaktionsplan der Stadt Köln dringenden Handlungsbedarf bedeuten. Werte, die nicht nur nerven, sondern nachweislich krank machen: Dauerhafte Lärmbelastung erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen.

Ein erster politischer Schritt

Am 5. Dezember 2024 hat die Bezirksvertretung Innenstadt einen wichtigen Beschluss gefasst: Die Verwaltung wird beauftragt, eine Lärmuntersuchung für die Neusser und Riehler Straße durchzuführen – und auf Basis der Ergebnisse über Tempo 30 als Lärmschutzmaßnahme zu entscheiden. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Was parallel passiert

Wir waren in den vergangenen Monaten im direkten Gespräch mit vielen Anwohnenden beider Straßen. Dabei ist deutlich geworden: Der Wunsch nach weniger Lärm und mehr Sicherheit ist groß. Eine Vielzahl von Menschen hat daraufhin selbst den direkten Weg gewählt und einen formellen Antrag auf Prüfung von Lärmschutzmaßnahmen an die Stadtverwaltung gestellt – gestützt auf §45 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 StVO, der Tempo 30 als Lärmschutzmaßnahme ausdrücklich erlaubt.

Das zeigt: Wenn Menschen merken, dass sie selbst etwas bewegen können, tun sie es.

Warum Tempo 30 hier Sinn ergibt

Tempo 30 ist keine Ideologie, sondern eine wirksame Maßnahme – längst Alltag in Städten wie Paris, Brüssel oder Zürich. Schon 10 km/h weniger senken den wahrgenommenen Lärm um die Hälfte. Der Bremsweg verkürzt sich von 27 auf 13 Meter, die Zahl schwerer Unfälle sinkt um etwa 40 %. Und trotz niedrigerer Geschwindigkeit bleibt die Fahrzeit nahezu gleich – weil der Verkehr gleichmäßiger fließt und weniger abrupt gebremst oder beschleunigt wird. Familien mit Kindern meiden die Riehler Straße mit dem Fahrrad trotz des neuen Radstreifens – wegen der Geschwindigkeiten. Das ist kein Einzelfall.

Was jetzt kommt

Das Lärmgutachten wird zeigen, ob die gesetzlichen Grenzwerte überschritten werden – und damit die Grundlage für konkrete Maßnahmen schaffen. Wir werden diesen Prozess aufmerksam begleiten und euch informieren, sobald es Neuigkeiten gibt.

Habt ihr Fragen oder eigene Erfahrungen mit dem Lärm auf diesen Straßen? Schreibt uns: info@veedelsfreiraum.de